Stammverlängerung:
möglichst gerader Mitteltrieb, der in den Folgejahren den Stamm bilden wird

Leitast:
vom Stamm ausgehende Äste mit durchgehender Verlängerung, die den Saftstrom bis in die Triebspitzen leiten; müssen deshalb stets aufwärts streben

einjähriges Fruchtholz:
unterteilt in Fruchtruten (ca. 30 cm mit Terminalknospe), Fruchtspieße (ca. 15 cm mit Terminalknospe), kann auch senkrecht stehen; bestes Fruchtergebnis bei Kernobst

mehrjähriges Fruchtholz:
ideal mit Knospenabständen von 3-5 cm, ca. 45 Grad; je geringer die Abstände, desto älter und versorgungsärmer ist das Holz; 2-4jähriges Fruchtholz bringt gesunden und geschmacklich sortenbesten Ertrag

Ringelspieße:
reines Fruchtholz mit jährlichem Zuwachs von 1-2 mm; sehr reiche Blüte; viel überflüssiger Fruchtbehang; Verzweigungen auch als Quirlholz bezeichnet

Neutrieb:
blütenloser Austrieb an der Endknospe eines Zweiges; dient dem Zuwachs eines Baumes und damit der natürlichen Holzverjüngung (bei Pfirsichbäumen gemischte Blatt und Blütenknospen)

Saftwaage:
gedachte Waagerechte entlang der Endknospen der Leitäste einer Ebene; dient der gleichmäßigen Saftversorgung und folglich dem gleichmäßigen Wachstum

Knospenarten


Blütenknospe: rundlich-dicke Knospe; als Terminalknospe bezeichnet, wenn sie sich am Ende eines Triebes befindet; aus einer Blütenknospe entwickeln sich häufig mehrere Blüten

Blattknospe: länglich-spitze Knospe, oft unscheinbar; beim Pfirsich an wahren Fruchttrieben zwischen zwei Blütenknospen platziert

Schlafende Augen: an fast jeder Stelle des Baumes kann er bei Astverlust wieder austreiben, ohne dass sich dort eine sichtbare Knospe befunden hat; die Neutriebe werden im Kambium, dem teilungsfähigen Gewebe unter der äußeren Rinde gebildet; schlafende Augen treiben auch z.B. bei Knospenverlust durch Wildverbiss oder Frostschaden aus

Bukettknospe: Vielblütenknospe beim Steinobst

Kronenformen


Pyramidenform: über 3-4 Leitästen steht eine Stammverlängerung; beide sind mit Fruchtholz "garniert"

einkroniger Aufbau: es werden mehrere Leitastetagen aufgebaut; eine Stammverlängerung bildet die Mitte; Leitäste und oberer Bereich der Stammverlängerung sind mit Fruchtholz bewachsen

Doppelkrone: es werden von Grund auf zwei gleichrangige Stammverlängerungen erzogen, die im Außenbereich Leitäste mit Fruchtholz ausbilden sollen, im Innenkronenbereich jedoch nur Fruchtholz haben dürfen; die Gleichrangigkeit der beiden Kronentriebe sowie der weite Winkel zueinander an der Basis sind sehr wichtig

Hohlkrone: es werden von Grund auf mehrere Stammverlängerungen (3-4, selten 5) gleichrangig erzogen; diese Kronenform bietet sich bei steil wachsenden Obstsorten wie Pflaume und Mirabelle an; auch hier ist wichtig, dass die Basis keine spitzen Winkel aufweist, an denen der Baum schlecht abtrocknen kann, oft bis tief in den Stamm verrottet und Kronenteile unter Verlust der Stammrinde herausreißen können (Schlitzäste)

Spindel(büsche): spezielle Kronenform, bei der sich das Fruchtholz sofort an der Stammverlängerung befindet; durch besonderen Fruchtholzschnitt werden stets frische Fruchttriebe erzwungen; kurzlebige Baumform

Säulenobst: neue Zuchtform auf extrem schwachwüchsiger Unterlage; obwohl natürlicherweise Neutrieb existiert, kann auf die Säule, also den Stamm, zurückgeschnitten werden, was in Jahren sicherlich zu Überalterung des Fruchtholzes führt; besser ist der sogenannte Pillarschnitt, bei dem seitliche Fruchttriebe auf einen Stummel geschnitten werden, der im Neuaustrieb das Fruchtholz verjüngt

Zwergenobst: im Gegensatz zum Säulenobst naturnahe Baumform, nur im Kleinformat, da auch auf sehr schwachwüchsiger Unterlage veredelt; es kann ein Kronenaufbau vorgenommen werden