Ganz allgemein


Wie man einen Baum oder Strauch richtig schneidet, zeigt uns die Natur selbst. Man muß den natürlichen Wuchs betrachten und Veränderungen beobachten und sollte immer daran denken, daß jedweder Schnitt ein Eingriff in das Wachstumsgleichgewicht eines Gehölzes ist.

Jeder einzelne Schnitt muß begründbar sein.

Jede einzelne Gehölzart hat eine eigene Wuchsart und Kronenausbildung, Habitus genannt, die bei Schnittmaßnahmen erhalten bleiben sollen. Eine Ausnahme bilden Formschnitte, bei denen eine Endform vorgegeben wird, in welche der Baum hineinwächst und die regelmäßig konstant erhalten werden muß.

Pflegeschnitt nennt man das Ausschneiden toter oder verletzter Äste, Behandlung von Wucherungen und Krankheitsherden, Entfernen von überlangen oder sich kreuzenden Ästen, Aststummeln und das Versorgen von Rissen.

Beim Auslichtungsschnitt wird durch das gezielte Entfernen einzelner Äste im inneren Kronenbereich sichergestellt, daß genügend Licht ins Bauminnere gelangt. Dabei sollte jedoch sparsam vorgegangen werden.

Der Erziehungsschnitt wird vor allem bei jungen Gehölzen angewandt, die dadurch eine stabile und den gewünschten Anforderungen entsprechende Krone aufbauen können. Man muß den Habitus des Baumes oder Strauches kennen und beim Schnitt seine natürliche Gestalt erhalten.

Formschnitte erzeugen künstliche Kronenformen, die meist auf geometrischen Körpern basieren. Sie haben eine lange Tradition in der Gartenarchitektur. Formschnitte müssen regelmäßig wiederholt werden.